Was, wenn euch die Bilder nicht gefallen

Der Tag ist vorbei – ein paar Wochen später bekommt ihr die Bilder eurer Hochzeit. Im ersten Moment seid ihr vielleicht recht angetan doch bei zweiter Betrachtung gefallen euch die Bilder nicht mehr so gut.

Angeregt durch einen Blog-Beitrag des Fotografen Corwin von Kuhwede übertrage ich seinen Beitrag einmal auf eure Hochzeitsbilder. Das muss nicht uns als Fotografen betreffen – es kann auch ein anderer Fotograf gewesen sein… Egal wie, die Frage ist, was tun?

Hinterfrage dich zuerst selbst

 

  1. Habt ihr euch vorab umfassend über die Arbeit des/der Fotograf/en informiert?
  2. Habt ihr euch den Großteil seiner fotografischen Arbeiten angesehen und für gut befunden?
  3. Habt ihr mit dem/den Fotograf/en eure Wünsche vorab ausführlich besprochen?
  4. Habt ihr während des Shootings auf eure Wünsche geachtet?

Wenn ihr nicht alle (wirklich alle) Fragen mit „Ja“ beantwortet habt, tut es uns leid – dann habt ihr das selbst zu verantworten.

Dazu einige Erläuterungen:

Zu 1) Wenn ihr euch nicht umfassend über den Fotografen informiert, wie konntet ihr dann überhaupt sicher sein, dass es der richtige Fotograf für euch ist?

Zu 2) Wenn ihr nicht 100%ig von seinen Bildern überzeugt gewesen seid, warum habt ihr ihn dann gewählt?

Zu 3) Wenn ihr nicht vorab mit dem Fotografen über eure Wünsche/Vorstellungen sprecht, wie soll er dann wissen, was ihr euch wünscht? Vielleicht hätte er dann auch „nein“ gesagt und ihr hättet euch den für euch passenden Hochzeitsfotografen suchen können.
Ergänzend zu der Frage: Habt ihr im Vorgespräch darauf hingewiesen, welche Szenen euch wichtig sind und habt ihr den Fotografen ausreichend Infos dazu gegeben?

Zu 4) Das Brautpaar-Shooting findet in der Regel unter Zeitdruck statt – oft verschiebt sich auch noch der Zeitplan. Es liegt auch an euch, die Bilder zu bekommen, die ihr euch wünscht.

Sprecht mit dem Fotografen

Solltet ihr alle Fragen mit „ja“ beantwortet haben, sucht das Gespräch. Den Tag kann man nicht wiederholen, das ist einfach so. Sollte es um die eigentlichen Paar-Aufnahmen gehen, kann man sich vielleicht auf ein After-Wedding Shooting einigen, das eure Vorstellungen berücksichtigt. In einer offenen Kommunikation lässt sich in der Regel besser eine Lösung finden.

Sage, was dir konkret nicht gefällt

„Die Bilder gefallen mir nicht“ damit kann der Fotograf nichts anfangen. Versucht es konkret in Worte zu fassen, was euch nicht gefällt. Vielleicht liegt es auch einfach an etwas, was euch an euch selbst nicht gefällt. Eure Nase, eure Ohren oder was immer. Und der Fotograf hat genau darauf den Fokus gelegt, weil er das besonders schön fand. Vielleicht empfindet ihr euch auf den Bildern zu dick, aber der Fotograf kann eben nur das fotografieren, was er sieht. Wenn euch etwas auf den Bildern nicht gefällt, worauf er keinen Einfluss hat oder für das er nicht verantwortlich ist, dann könnt ihr dafür dem Fotografen keinen Vorwurf machen.

Nachlieferung – Nachbesserung

Wenn ein echter Sachmangel vorliegt (und nur dann!) hat der Kunde ein Recht auf Nachlieferung oder Nachbesserung. Ein Sachmangel liegt nur dann vor, wenn ein außenstehender Gutachter diesen Mangel an einem Bild oder der gesamten Leistung erkennen kann. Die Rechtssprechung sagt, dass man sich als Kunde ausgiebig über die künstlerische Arbeit des Fotografen informieren muss. Was der Fotograf z.B. bei Gruppenbildern schlecht steuern kann ist, das alle Personen die Augen offen haben. Vielleicht hat er noch ein anderes Foto, auf dem Oma Hilde die Augen offen hat. Aber ein Sachmangel ist dies nicht.
Nun lässt sich die Hochzeit leider nicht wiederholen. Liegt ein echter Sachmangel vor wie z.B. das alle Bilder deutlich erkennbar unscharf sind, könnt ihr die Zahlung verweigern. Allerdings nicht bei „nicht gefallen“. In Summe solltet ihr auch immer das gesamte Paket betrachten. Wenn von 600 Bildern zehn nicht euren Vorstellungen entsprechen, könnt ihr daraus kaum einen Sachmangel ableiten.

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Marion & Matthias, Lellwangen, Deutschland